Musterhaus dessau

Gropius verband die hellen, zweistöckigen kubischen Gebäude zu Paaren von Doppelhaushälften und zu Reihengruppen von jeweils bis zu zwölf Wohnungen. Die Außenfassade variiert je nach Bautyp, mit sichtigem Beton und weiß verputzten Fassaden mit kontrastierenden schwarzen Metallfensterrahmen. Auffallend ist die Artikulation der Fassaden mit horizontalen und vertikalen Fensterbändern. In Grau akzentuierte Projektionen unterstreichen diese Richtung auf einigen Häusern. Parallel zum Bauhausgebäude beauftragte die Stadt Dessau Walter Gropius mit dem Bau von drei identischen Doppelhaushälften für die Bauhausmeister und einem Einfamilienhaus für den Direktor. Diese wurden in einem kleinen Kiefernwald an der Straße gebaut, die heute als Ebertallee bekannt ist. Die Wüstenrot-Stiftung arbeitet direkt in den Bereichen Naturschutz, Wissenschaft, Forschung und Bildung, Kunst und Kultur. Eines ihrer aktuellen Projekte im Rahmen des Denkmalprogramms ist die Restaurierung des Klee/Kandinsky-Meisterhauses (Projektdauer 2017-2019, Schließung des Meisterhauses 2018). Die 1926 von Walter Gropius in Dessau erbaute Doppelhaushälfte gehört seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Restaurierung ist notwendig, um das Haus, in dem die weltberühmten Künstler Paul Klee und Wassily Kandinsky mit ihren Familien in den 1920er Jahren lebten, als Bauhaus-Erbe zu erhalten. Haus Gropius (Direktorhaus) als Modell des Originals im Maßstab 1:1 nachgebaut.

Zwischen 1926 und 1928 schuf Walter Gropius den ersten Bauabschnitt einer Versuchssiedlung in Dessau-Törten, die ein beispielhaftes Modell für wirtschaftliches und funktionales Bauen ist. Mit seinem Architekturbüro baute Gropius hier 314 Reihenhäuser. Aufgrund der enormen Wohnungsnot wurden in den 1920er Jahren viele Wohnsiedlungen mit staatlichen Zuschüssen gebaut. Sie boten auch die Möglichkeit, mit neuen Produktionstechniken und Wohnformen zu experimentieren. Walter Gropius hat in diesem Zusammenhang die Serienkonstruktion und den Einsatz neuer Baustoffe und Details getestet. Dessau-Törten ist eine Wohnsiedlung bestehend aus Privathäusern / Privatwohnungen in den Straßen Am Dreieck, Damaschkestraße, Doppelzeile, Großring, In der Flanke, Kleinring, Mittelring, Nordweg und Südstraße. Nur von außen zugänglich. Kostengünstiges und damit hochflexibles Bauen war das langfristige Ziel vieler Architekten.

Dieses Ziel teilten auch andere, zum Beispiel, dass der Maler George Muche wie bei der Gestaltung des Weimarer Versuchshauses bereits für die Entwicklung eines Metallhauses durch das Bauhaus verantwortlich war. In Zusammenarbeit mit Richard Paulick baute er 1926–1927 statt wie ursprünglich geplant mit Marcel Breuer ein entsprechendes Prototypenhaus in Dessau-Törten. Überschattet wurden die Vorteile dieses Hauses, das in seinem erweiterbaren Grundriss und seiner kurzen Bauzeit liegen sollte, von einer Reihe von Mängeln wie unzureichender Wärmedämmung und Belüftung, die durch die Verwendung von Metall als Baustoff verursacht wurden. Dies war einer der Gründe, warum zeitgenössische Kritiker das Gebäude als unbewohnbar ansern.