Tarifvertrag hessen landwirtschaft

Die Arbeitgeber sind für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, aber einige – wie in Dänemark und den Niederlanden – erklären, dass eine “multifunktionale” Landwirtschaft Kosten mit sich bringt (z. B. im Zusammenhang mit Umweltmaßnahmen und Tierschutz), die von den Marktmechanismen und den geplanten Subventionen der GAP nicht ausreichend unterstützt werden. Die Meinungen der Arbeitgeber zur GAP-Reform gehen in den einzelnen Ländergruppen leicht auseinander. Viele Arbeitgeberverbände in den alten Mitgliedstaaten weisen auf die damit verbundenen potenziellen Verluste hin (wie in Belgien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Spanien). Einige Arbeitgeber fordern, dass die einzelnen Länder festlegen, welche Gebiete Subventionen benötigen, und dass sie die Subventionsquote festlegen dürfen. In den neuen Mitgliedstaaten äußern einige Arbeitgeber Befürchtungen über die Reform und fordern die Gleichbehandlung mit der EU 15 bei der Verteilung der Mittel aus dem GAP-Haushalt und erklären, dass die GAP im Allgemeinen für kleine landwirtschaftliche Betriebe und selbständige Landwirte unzureichend ist. Die Arbeitgeber in den einzelnen Ländern haben ihre eigenen spezifischen Anliegen. So sieht die finnische MTK in der GAP große Landbetriebe in der gemäßigten Klimazone und nicht die relativ kleinen finnischen Betriebe mit ihrer kurzen Vegetationsperiode. Die Arbeitgeber können die Auswirkungen auf bestimmte Kulturen (z. B.

Zuckerrüben in den Niederlanden und Finnland) und den Schutz bestimmter Erzeugnisse nationaler Herkunft (z. B. in Italien, Ungarn und Rumänien) kritisch sehen. Um nur einige Beispiele aus Ländern mit landwirtschaftlichen Sektoren unterschiedlicher absoluter und relativer Größe zu nennen, belief sich die Arbeitslosigkeit in der Landwirtschaft im Jahr 2003 auf 173.000 Menschen in Spanien; 57.000 in Italien; 41.600 in Frankreich; 28.000 in der Slowakei; 15.200 in Litauen; 11.800 in der Tschechischen Republik; 11.300 in Ungarn (2005); und 1.000 in Schweden. Der Anteil der landwirtschaftlichen Arbeitnehmer an der Gesamtarbeitslosigkeit reichte von 2,8 % in Österreich und 3,5 % in Deutschland bis zu 10,3 % in Litauen und 10,9 % in der Slowakei. Die Arbeitslosenquote in den agrarreichen Regionen Bulgariens lag zwischen 6 % und 46 % (gegenüber einer nationalen Durchschnittsrate von 14 %). In Finnland lag die Arbeitslosenquote in der Landwirtschaft bei 3,7 % (gegenüber einem nationalen Durchschnitt von 9 %),; in Italien lag sie bei 5,8 % und im Vereinigten Königreich bei 3,2 % – der niedrigsten in der Wirtschaft, mit Ausnahme der öffentlichen Verwaltung, des Bildungs- und des Gesundheitswesens. Die 26 Länder, die gegenstanddieser Studie sind, umfassen eine Gesamtfläche von 455 Millionen Hektar, von denen die Landwirtschaft im Jahr 2003 180,4 Millionen Hektar und 90,6 Millionen Hektar mit verschiedenen Kulturen bewirtschaftet hat – siehe Tabelle A.1 unten. Die Arbeitgeber sind generell für die GAP, die die Stabilität der Einkommen unterstützt, eine Ansicht, die von den Gewerkschaften geteilt wird. Während die Gewerkschaften in bestimmten Ländern wie Frankreich und Deutschland Seiten der GAP-Reform unterstützen, haben einige besondere Bedenken. So wollen die österreichischen Gewerkschaften beispielsweise, dass die Agrarsubventionen an die Zahl der Beschäftigten statt an die Betriebsgröße gekoppelt werden, mit dem Argument, dass dies eine aktive Beschäftigungspolitik für die Landwirtschaft einführen würde.

Die tschechischen Gewerkschaften glauben, dass die Kosten der Reform zu einem großen Teil von den Arbeitnehmern getragen werden. In Deutschland missachtet die ig BAU nach Ansicht der GEWERKSCHAFT IG BAU die Gesundheits- und Sicherheitsstandards und fordert, dass die durch Änderungen des Direktzahlungssystems geschaffenen Mittel zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Beschäftigungsperspektiven in der Landwirtschaft genutzt werden. Nach CC. OO in Spanien hat die GAP gute Ergebnisse erzielt, aber auf Kosten der Entwicklung der Sozialpolitik und der Beschäftigung. Anstelle der einfachen Preiserhaltung wünscht sie sich eine stärkere Kontrolle der Qualität der Produktion, den Schutz der biologischen Vielfalt und Maßnahmen zur Vermeidung von Entvölkerung und zur Erhaltung des regionalen Gleichgewichts. Abgesehen von rein GAP-bezogenen Fragen ist niedrige Löhne ein wichtiges Anliegen und Schwerpunkt für das Handeln von Gewerkschaften in Ländern wie Bulgarien, der Tschechischen Republik, den Niederlanden, Rumänien und der Slowakei.